
Ich bin vor einiger Zeit auf eine Studie gestoßen, in der die Auswirkungen der Abwanderung von Pflegekräften untersucht wurden.
Es gibt ja viele Pendler, die zwar im Süden Deutschlands leben, aber in der Schweiz arbeiten. Auch ziemlich verständlich. In dieser Studie wurde die Sterblichkeit in deutschen Krankenhäusern von 2006 bis 2017 untersucht (ZEW-ifo-Studie). Dabei postulieren die Studienautoren um das ifo Institut Beachtliches:
Durch die Abwanderung von Pflegekräften stieg die Sterblichkeit in grenznahen Krankenhäusern um 4,4%.
Und nicht nur das:
Im Schnitt verloren deutsche Krankenhäuser in der Grenzregion zur Schweiz rund 12% ihres Pflegepersonals im Vergleich zu ähnlichen Kreisen im Landesinneren. Jeder Prozentpunkt dieses Rückgangs verringerte die Pflegeintensivität um etwa 0,8% pro Patienten, die Operationswahrscheinlichkeit um 1% und erhöhte die Sterbewahrscheinlichkeit um 0,4 Prozent. „Bei Patienten mit Sepsis und Herzinfarkt erhöhte sich die Sterblichkeit um 11,6 und 17,7%. Die Lebenserwartung in der Grenzregion sank um etwa 0,3 statistische Lebensjahre im Vergleich zu ähnlichen Kreisen im Landesinneren“, sagt Schlenker.
Diese „interessanten“ Ergebnisse zeigen uns leider auf, was weiter auf uns zukommen wird. Der demografische Wandel ist nicht zu stoppen und das Verhältnis Pflege zu Gepflegten leider nicht aufzuhalten. Trotzdem stellt sich für mich auch die Frage: Wie ethisch ist es, Pflegekräfte aus anderen Teilen der Welt anzuwerben? Sorgen wir als Deutschland dann für ähnliche Ergebnisse? Sterben Menschen in Osteuropa, weil wir Pflegekräfte angeworben haben?
Nachdenkliche Grüße,
Daniel